Die tschechische Grenze liegt von der Bastei nur wenige Kilometer entfernt und ich weiß das dort ein Spot liegt, auf den ich schon länger ein Auge geworfen habe. Das Gebiet der sächsischen Schweiz erstreckt sich über die Landesgrenze hinaus und ich bin überzeugt davon, dass wir dort noch einige tolle Landschaften erleben werden. Doch bevor es über die Grenze geht, machten wir noch einen kurzen Abstecher ganz in der Nähe…

Nahe ist ja eigentlich relativ. Wenn man von der Basteibrücke den Weg runter läuft, erreicht man das kleine Dorf Rathen in nur 15 Minuten, dass sich im Gebiet Amselgrund befindet. Natürlich beläuft sich die Zeit auf den reinen Fußmarsch und nicht auf die unzähligen Zwischenstopps, weil man wieder etwas zum fotografieren entdeckt hat. 

Das ganze Gebiet ist wahrlich eine Augenweide und wir verbrachten gute 2 Stunden in diesem schönen Waldstück. Das Dorf Rathen ist selber ein kleines, gemütliches und idyllisches Dörfchen, dass seinen ganzen Charme vor allem in der Blauen Stunde offenbart, wenn die alten Straßenlaternen leuchten und die kleinen Gassen, sowie die Fassaden des typisch sächsischen Häuserstils, angestrahlt werden. Dazu kam es leider nicht mehr… ja ja unser Reiseplan ist knapp, ich weiß, aber die Sächsische Schweiz besucht man nicht nur einmal, ganz sicher nicht.

Nach einem Kaffee in einem der Bäckereien des Dorfes, liefen wir zum Auto und fuhren ohne große Umschweife ab nach Tschechien. Die Reise führt uns nach Hřensko, ungefähr eine halbe Autostunde von der Basteibrücke entfernt und befindet sich direkt nach der Grenze. Auch hier muss beachtet werden, dass an sonnigen Wochenenden eine Menge Stau auf der Strasse liegt und die Wanderorte sind auch mehr oder weniger gut gefüllt. Somit ist klar dass auch die Parkmöglichkeiten begrenzt sind. Wir trafen dort gegen 11 Uhr morgens ein und konnten grade so einen Parkplatz ergattern. Der Preis liegt bei 5 Euro für den ganzen Tag. Ausserdem empfehle ich Euch auch niemals dort eine Pizza zu essen und erspare mir an dieser Stelle weitere Details. Für Pizzas muss man halt eben schon nach Italien fahren 😀

Wir liefen vom Dorf aus in das Kamnitzklamm Gebiet rein. Ein wundervoller Wald und das Tor zur Böhmischen Schweiz das unter dem Namen Kamnitzklamm hört. Mitten durch den Wald fließt die Kamenice dass in die Elbe mündet. Wir konnten kaum aufhören zu fotografieren und meine beiden Begleiterinnen mussten sich natürlich auch auf dem Weg ständig gegenseitig abknipsen. Aber wir hatten Zeit und ich auch für mich um die Gegend nach interessanten Motiven und Perspektiven zu durchforsten. Etwas anderes ist mir aber mehrmals aufgefallen, was diesen Ort wohl auch einzigartig macht. Trotz der Wärme an diesem Tag, sammelt sich in der tiefen Schlucht des Canyons immer wieder kalte Luft an. Man läuft also den Weg entlang, mit einer sanften, warmen Brise, als plötzlich ein Stück lang die Temperatur rapide sinkt um einige Meter weiter wieder sofort anzusteigen. Ein merkwürdiges Gefühl von extremen Temperaturschwankungen aber absolut interessant sowas zu erleben. Auf jeden Fall  landeten wir schließlich nach ca. 90 Minuten am Ende des Weges bei der Bootsanlegestelle. 

Hier geht es nur weiter mit dem Boot. Eine Erwachsene Person bezahlt 3,50 Euro. Was wir dabei nicht wussten war, dass nur die Hinfahrt inbegriffen ist. Die Fähre wird durch und durch touristisch betrieben und der Steuermann führt uns und noch ein paar andere Touristen durch den absolut eindrücklichen Canyon. Der Fährenmann erzählt dabei auf tschechisch und teilweise gebrochenen Deutsch einige interessante Fakten über die Schlucht, aber auch der Osteuropäische Humor wird hier großartig und dennoch sympatisch und dezent aufgeführt. Sprüche wie „Für alle die nur Deutsch sprechen, Pech gehabt“ oder die lustigen Hinweise über Strukturen in den Felsen die wie Elefanten, Moby Dick oder Bart Simpson aussehen, erhellten die Laune und machte die Bootsfahrt in dieser eindrücklichen Umgebung sehr kurzweilig. Selbst die kleine „Wasserfall“ Attraktion, die nicht ganz ernst genommen werden kann, hat seinen ganz eigenen Flair und hat für einige Lacher gesorgt.

Doch wo ist nun dieser Spot, weswegen ich eigentlich hier bin. Es muss ganz Nahe sein. Und tatsächlich, nach einer kleinen Kurve hinter der Felswand erblicke ich in weiter Ferne das Objekt der Begierde. Der Anfang des Edmundsklamm und ein kleines Häuschen oben auf dem Felsen. Ich fotografierte sofort drauf los und probierte auch mehrere Brennweiten aus. Also wechselte ich ständig die Objektive und habe ne Menge cooler Fotos gemacht. 

Unmittelbar vor dem Motiv liegt auch schon die Bootsanlegestelle, bei der man wieder an Land geht und von da aus nochmals weitere Perspektiven nutzen kann um dieses sehr eindrückliche Motiv zu fotografieren. Weiter geht’s aber nun die Treppe hoch und ein kurzes stück zur Hütte hin laufen. Was ist das für eine Hütte? Lebte da wohl mal ein Forscher namens Edmund? Ein berühmter Abenteurer? Ein Eremit? Welche Geschichte steckt dahinter, welches Mysterium umgibt wohl diesen Ort… es ist ein Ticketshop hahaha für die Rückfahrt. Aber um positiv zu bleiben, ein zugegebenermaßen sehr attraktiver Ticketshop.

Wir schauten uns noch ein wenig um und kurz nach der Kurve am Wege entlang, befand sich auch ein grösserer Platz mit Restaurants und Imbissbuden, irgendwie typisch und nimmt diesem Ort ein wenig die Magie weg, aber auch verständlich bei so vielen Touristen. Der Weg führt noch ein kleines Stück weiter zur nächsten Bootsanlegestelle um die weiteren Klamme zu erreichen. Aber auch hier wieder reichte die Zeit leider nicht mehr aus und so machten wir uns wieder auf dem Rückweg und fotografierten das eine oder andere interessante auf dem Weg zurück. Elena und Aline natürlich hauptsächlich sich beide.

Wir haben die Tage Super viel gelacht, ständig am Sprüche klopfen und manche Ausdrücke sind uns hängengeblieben. Besucht unbedingt die Seiten der Mädels, denn es sind beide begnadete Fotografinen!

Love & Peace
Fabio

"Photo by Aline"

"Photo by Elena"