lago saoseo

Vor einiger Zeit habe ich auf Facebook die 10'000 Like Marke geknackt und daraus resultierend auch ein ein paar Gewinnspiele ins Leben gerufen. Eines davon war, das die oder der Gewinner, mit mir auf einen Kurztrip mitkommt und zwar an seinem Lieblingsort. Der Gewinner war Andreas Kluge...

Aus wettertechnischen Gründen mussten wir unser Vorhaben zweimal verschieben. Und auch beim 3. mal sah es so aus. Das Wetter spielt oft verrückt und ist momentan sehr schwierig vorherzusagen. Doch wir wechselten spontan zu Plan B, der auch genau so spontan entstanden ist und entschieden uns für den wunderschönen Lago Saoseo im traumhaften Graubünden. Wir packten also unsere Sachen zusammen und mit meinem Schatz fuhren wir los. Ich muss sagen dass ich die Strecke nach Graubünden immer wieder unterschätze. Aber der Weg ist wenigstens schön und abwechslungsreich. Die schroffe Landschaften beim Julierpass oder der Berninapass mit dem Lago Bianco, lassen mich immer wieder mit erstaunen zurück. Letzteres werde ich übrigens im Winter einen Besuch abstatten. Dazu aber mehr in einem anderen Blogbeitrag.
Angekommen sind wir knapp 4 Stunden später und wir parkten das Auto auf dem großen Kiesparkplatz bei der Bushaltestelle Sfazu. Von dort aus führt eigentlich eine Strasse fast direkt zum See, um genauer zu sein beim Rifugio von Saoseo, Eine kleine aber süße Herberge für Wanderer und Naturliebhaber. Doch man braucht eine Bewilligung bei der Gemeinde von Poschiavo, um mit dem Auto hochfahren zu dürfen... und die hatte ich natürlich nicht. Also war mit Gepäck und Fotoequipment eine konstante Steigung zu bewältigen. Andreas war noch nicht da und wir einigten uns dass wir langsam schon mal voraus liefen und er uns dann einholte. Der erste Abschnitt des Weges war sehr steil aber dafür kurz und nachdem wir diesen Anstrengung hinter uns gelassen haben, passierte was seltsames... durch eine unvorsichtige Bewegung und anschließendes Gestolper über eine Baumwurzel, sind meine Sneakers gerissen und zwar komplett. Ich stand also da ohne Schuhe und wir mussten sowas von lachen. Naja die haben auch schon 5 Länder und hunderte Kilometer durch unwegsames Gelände mitgemacht und irgendwann musste es ja so kommen. Zum Glück hat der Fabio immer ein paar Schuhe im Auto, fragt mich nicht warum 😛 aber es erweist sich als goldrichtig! Elena war ein Engel und lief nochmals zurück zum Auto um für mich die Schuhe zu holen und als ich ca. 5 Minuten gewartet hatte, kam von unten ein Auto hochgeschossen und bremste abrupt neben mir, dass musste er sein dachte ich und fragte Ihn dann gleich ob er eine Bewilligung hätte, hier hoch zufahren. Es war dem lieben Andreas anscheinend egal und ich dachte mir.. Aha ein Rebell. Auf jeden Fall schilderte ich ihm die Situation mit den Schuhen und ich stieg schnell ins Auto rein und fuhren nach unten um Elena aufzuladen.

Es stand aber noch offen ob wir es nun mit dem Auto riskieren wollten oder doch lieber laufen? Immerhin sind es 1.5 Stunden Wanderweg bis zum Rifugio und von da aus nochmals 15 Minuten bis zum See. Wir probieren es, dachten wir und fuhren also die Privatstraße hoch und tatsächlich kam uns nach kurzer Zeit ein anderes Auto auf der engen Strasse entgegen und sagte uns dann freundlich dass wir eine Bewilligung bräuchten, das könnte sonst teuer werden. Es blieb uns nichts anderes übrig als auszusteigen und hier zu warten, bis Andreas das Auto nach unten auf dem Parkplatz platzierte und er dann zu uns zurück lief. Zugegeben wir sind nicht grade weit gekommen nach all diesem chaotischen hin und her. Aber nun machten wir uns wirklich auf dem Weg und liefen ca. 100 Meter, als hinter uns ein Auto hochfuhr und wir Platz machten. Es war der freundliche Herr von vorhin mit einem Beifahrer und einer älteren liebenswürdigen Oma und wahrscheinlich Ihre Enkelin auf der Rückbank. Er hielt an und fragte ob er uns mitnehmen soll. Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie erleichtert wir waren. also quetschten wir unser Gepäck in dem kleinen Auto rein und wir uns nach hinten auf der Rückbank. Eine sehr lustige Fahrt war das und jeder hat in mehreren Sprachen durcheinander gesprochen. Ich auf italienisch, Andreas auf deutsch, die Bündner auf halbem Reto-Romanisch und mir schien es so als hätte ich Elena auch russisch sprechen hören 😛 

Bis ganz nach oben, konnte er uns zwar nicht fahren aber wir waren schon sehr nahe dran und durch dieses positive Ereignis, haben wir mit viel Elan den restlichen Streckenabschnitt gemeistert. An der Herberge angekommen, schauten wir uns kurz rum, um zu schauen wo es weitergeht und vergeudeten keine wertvolle Zeit, Rast einzulegen. Wir fingen schon an Witze darüber zu machen, weil ich immer wieder mal sagte wir sind gleich da... Von wegen. Also diesmal ging es wirklich steil eine kaum definierbare Steintreppe nach oben und schnurstracks durch den engen und wild bewachsenen Waldweg. Als wir das sanfte plätschern eines kleinen Baches hörten, wussten wir dass wir es gleich geschafft haben und tatsächlich... der Lago Saoseo war nun vor uns und in seiner Schönheit kaum in Worte zu beschreiben. Kristallklares Wasser, eine aalglatte Oberfläche, eine türkis artige Farbgebung wie sie wirklich selten in der Natur vorkommt und der ganze Nadelbaumwald um uns herum inklusive der Berge, versetzten mich in einen euphorischen Zustand und malte mir aus irgendwo in Kanada zu sein an einem total verlassenen Ort, wo hunderte von Kilometer keine Menschenseele ist. Aber wir waren in der Schweiz und das begeisterte mich umso mehr. Einfach der Wahnsinn und sofort schnüffelten und streunten herum, auf der Suche nach einem Schlafplatz für die Nacht und auch die Erkundung der fotografischen Spots. Und während ich mich mit Andreas in ein Gespräch verwickelte und einige Tricks betreffend dem Bildaufbau zu geben, vergaß ich selber zu fotografieren und verpasste den kurzen Moment wo der Himmel kurz aufflackerte. Glücklicherweise konnte Elena wenigstens ein paar Handyshots machen

Elena lief inzwischen wieder zurück zu unserem erkorenen Schlafplatz und fing an das Zelt aufzubauen und ein kleines Feuer zu machen. Einfach wundervoll diese Frau <3 So konnten wir gemütlich und ohne Stress, die Gegend noch ein wenig erkunden und weitere Fotos von der blauen Stunde aufzunehmen. Die Dämmerung setzte ein und wir liefen zurück um dann alle gemeinsam was kleines zu essen und auf die Milchstraße abzuwarten. Aber wie so oft im astrofotografischen Bereich, hing einfach alles von der Bewölkung ab und ja die Wolken hingen über uns. Zwar lockerte sich immer wieder etwas auf und durch ein paar Wolkenlücken erspähten wir einige Sterne, aber der Sumpf da oben blieb hartnäckig. Und auch der Blick in unseren Wetterapps erhärtete die Wahrheit. Also blieb uns nichts anderes übrig als uns ein wenig hinzulegen, die Augen zu schließen und uns auf den Sonnenaufgang freuen. Gegen 5 Uhr morgen standen Andreas und ich auf und liefen zu dem am Vorabend ausgewählten Platz für den Sonnenaufgang. Der Himmel war zwar noch trüb aber langsam färbte sich auch die eine oder andere Struktur am Himmel. Doch leider waren die Wolken ziemlich dick und wurden auch immer dichter. Ein paar wenige Fotos haben wir noch in den Kasten bekommen, als es dann plötzlich anfing zu regnen. Spätestens hier war es dann auch vorbei und wir liefen zurück zu unserem Lager, packten alles zusammen und bereiteten uns für den Rückweg vor. 

Bei der Herberge angekommen hörte der Regen auch auf und sie Sonne brach auch wieder durch, jedoch war am Horizont auch eine Riesenwand am Himmel zu sehen die sich auf uns zu bewegte. Tatsächlich war ein Gewitter gegen 11 Uhr voraus gesagt worden. Doch bevor wir den Weg zurückliefen, genehmigten wir uns im Rifiugio noch einen "Cafe Saoseo" und eine heiße Schokolade. Der Kaffee hatte es wortwörtlich in sich und war mit ziemlich viel Rum gefüllt, dass auch sofort wirkte 😀

Der Rückweg war locker und lustig, wie auch schon die Ganze Zeit. Fotografisch zwar nicht der Höhepunkt aber Spaß hat es allemal gemacht und mit Andreas durften wir einen humorvollen und gesprächigen jungen Mann kennenlernen und es war bestimmt auch nicht das letzte Mal gewesen!

Lago Saoseo, Graubünden

Bevor der Regen einsetzte, gab es ein winzig kleines Zeitfenster wo am Himmel ganz spezielle und dezente Farben erbrütet wurden. Diese konnten wir auf ein Foto festhalten und hat sich für uns nur schon deswegen gelohnt!

Love & Peace
Fabio

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