Wie einige schon wissen liebe ich das Meer sehr. Es ist für mich das irdische Äquivalent zu den Sternen. Ich bin sozusagen eine richtige Salzwasserratte. Ja genau, Salzwasser… Ich bade nicht gerne im See oder in einem Schwimmbad. Das muss wohl an meinen italienischen Wurzeln liegen. Auf jeden Fall brauchte ich mit meinem Schatz mal richtig schöne Badeferien. An der Sonne brutzeln, immer mal wieder ins Kühle Nass springen und „La dolce vita“ geniessen… Ohne zu fotografieren… Naja ganz ohne geht es einfach nicht 😛

Wir haben uns ein richtig schönes gemütliches kleine Hotel in Sirolo ausgesucht mit dem Namen „La Garolina del Conero„. Marco der Inhaber hat uns auch sofort freundlich empfangen und erzählte uns eine Menge über das Hotel, die Strände und all die kleinen Geheimorte die sich zum besuchen lohnen. Das Hotel befand sich bei unserem Besuch im Umbau, jedoch merkten wir überhaupt nichts davon. Alles war sauber und ruhig. Ein nuere Look musste laut Hotelbesitzer her, darum waren momentan nur 3 Zimmer verfügbar. Jedes einzelne mit eigenem Thema bzw. Name: 
Il Corbezzolo, Il Ballero und Il Gasparetto. Wir hatten uns für letzteres entschieden und als er uns dann das Zimmer zeigte, waren wir sehr positiv überrascht. Total schön eingerichtet mit einem Lavendelduft im ganzen Raum. Alles war perfekt arrangiert und geschmückt und am besten fand ich den kleinen Kühlschrank mit verschiedenen Getränken die er täglich für uns nachfüllte. Man merkte sofort wieviel Herzblut darinsteckte, denn Marco hat alles selber aufgebaut, gemauert, gezimmert und in den oberen Stockwerken entstanden eben neue Bereiche an die er nach der Sommersaison weiterarbeitet. Der Mediterrane Stil ist hier vollumfänglich zu sehen und wir fühlten uns auf Anhieb wohl!

Wir richteten uns erstmal ein. Nach der 6-stündigen Autofahrt wollten wir alles locker angehen, obwohl wir es kaum erwarten konnten ans Meer zu latschen. Und das taten wir auch die nächsten 5 Tage. Unser Programm bestand einfach nur aus: Sonnenbaden, Schwimmen, Essen… That’s it. Ja das brauchten wir unbedingt nach einer etwas strengen Zeit. Zwischendurch gab es auch mal eine Wanderung zum Monte Conero, der Berg direkt am Meer. Eins muss hier aber gesagt sein. Wanderungen bei dieser Hitze sind nicht empfehlenswert 😛

Auch ein paar Ausflüge zum benachbarten Städtchen in Numana haben wir immer mal wieder unternommen. Alles ist uns da bekannt, da wir vor 2 Jahren schon mal in Numana waren und wir kannten uns da mittlerweile schon richtig gut aus.

In erster Linie geht’s bei diesem Blog aber nicht darum zu beschreiben wie wir faul am Strand rumlagen 😀 sondern ich erkläre Euch wie Ihr an diesem einen Spot in der Bucht hinkommt und was für Möglichkeiten da vor Ort bestehen.

Im italienischen Markengebiet und auch darüber hinaus ist diese Bucht der Zwei Schwestern (Due Sorelle) recht bekannt. Nicht nur weil es ein kleines Paradies ist, das nicht ohne weiteres erreichbar ist, sondern weil da auch (teilweise) eine alte Miene samt Schienen existiert. Ausserdem ist es inzwischen auch ein Naturschutzgebiet bzw. ein Refugium für die vielen Möwen und Albatrose. Die Miene ist von der Hauptbucht zu Fuss erreichbar. Allerdings muss man hier sehr vorsichtig sein, denn man muss erst mal die große Schwester besteigen und wieder runter um zum Kamm der zweiten kleineren Schwester zu klettern. Ich weiß klingt pervers aber Ihr wisst schon wie ich das meine. Dann nur noch runter zur deutlich kleineren Bucht wo man dann auch die verfallenen Ruinen des Mineneingangs sieht und die erwähnten Schienen. Mit vorsichtig meinte ich dass man auf den teils rutschigen Felsen ausrutschen kann und zu massiven Verletzungen an dem schroffen Gestein führen kann. Die beiden „Schwestern“ sehen relativ klein aus auf den Bildern, doch der Schein trügt und ausgezeichnete Trittsicherheit ist gefragt und auch entsprechende Schuhe. Dieses kleine Abenteuer habe ich bei diesem Ausflug aber nicht gewagt, weil ich weder das entsprechende Schuhwerk dabei hatte und dabei noch ziemlich müde dazu war. Ich hätte nicht gedacht dass faulenzen so anstrengend sein kann 😛 

Was mich aber auch sehr fasziniert hat sind die kleinen Geschichten und Mythen die sich die Einheimischen rund um den Ort erzählen. Einige davon sind auch wirklich wahr. Zum Beispiel das es Anfang des 19. Jahrhunderts an der Bucht entlang einige kleinere Höhlensysteme gab, bei dem die Händler die Sklaven „zwischengelagert“ haben und manchmal kam es einfach vor das sie nicht mehr abgeholt wurden und dort elendig verstarben. Richtig brutal. Eine andere Geschichte ist dass an einer der Felsen im 17. Jahrhundert nach einem Sturm eine Galeone gesunken ist, mit ziemlich viel wertvoller Ware wie Seide, Gold und Edelsteine. Das Schiff soll immer noch dort liegen und bisher wurde der Schatz anscheinend noch nicht geborgen. Tatsächlich sieht man noch einen dritten verkümmerten Felsen gleich daneben dass Durch den Aufprall in Mitleidenschaft gezogen worden ist und aus den ursprünglich drei Schwestern waren es dann nur noch zwei.

Aber genug Gruselgeschichten. 

Es gibt ein Schiff am Hafen von Numana dass ca. 50 Touristen früh morgens auf einmal dorthin bringt und alle steigen sie dann aus und tümmeln sich den ganzen Tag lang auf engstem Raum bis sie dann wieder dort abgeholt werden. Nachts darf man da „offiziell“ nicht bleiben. Aber so wie es in Italien halt üblich ist, wenn man ein paar gute Connection geknüpft hat dann gibt es Möglichkeiten. Eine davon heisst Francesco und betreibt „Me Piace Joy’s Boat“ für Touristen. Mit einem wunderbar nostalgischen Schiff führt er Touristen zur Bucht und auch noch an viele weitere Orte. Zum Boot selber gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, ausser dass es traumhaft ist. Es war ursprünglich mal fast ein Fall für die Müllhalde. Aber in jahrelanger Umbauarbeit hat er es zu einem wahren Schmuckstück wieder hergestellt. Francesco war auch bereit uns Abends zur Bucht zu bringen und uns am nächsten Morgen wieder abzuholen. Aber seine Worte: „Nicht bevor wir einen schönen Ausflug der Küste entlang gefahren sind“… und etwas Weißwein und richtig leckere und selbstgemachte Brot und eigen geerntete Miesmuscheln probiert hätten.

Anfangs schien es so als würde der geplante Ausflug ins Wasser fallen und zwar wortwörtlich. Eine dunkle Gewitterwolke zog am Horizont auf und die See wurde auch deutlich wilder. Mit diesem starken Wellengang konnte er unmöglich an der Bucht anlegen. Also warteten wir etwas außerhalb kurz vor der Bucht bis sich das Meer etwas beruhigte und nutzen dann ganz schnell die Gelegenheit dazu in die Bucht zu fahren, kurz anzulegen und sofort mit unserem ganzen Equipment runter ins flache Wasser zu hüpfen und schließlich an das Ufer zu gelangen. Ich musste das Schiff noch ein wenig stoßen und schubsen um es aus der Sandbank zu befreien und er umkehren konnte. Ging leichter als gedacht.

Und nun waren wir hier und wir wurden nicht enttäuscht.

Es war Abends kurz vor Sonnenuntergang, keine einzige Menschenseele und der ganze Strand für uns alleine. Einfach ein Traum und sofort sind wir ins Wasser gesprungen, obwohl es doch schon ziemlich frisch war und die Wellen überschlugen sich immer noch mit ziemlich viel Wucht übers Ufer und an die Felsen. Dann fingen wir auch sofort an die Gegend zu erkunden und machten natürlich auch einige Aufnahmen von Eli. Als das Licht anfing immer besser zu werden und die Wolken sich verfärbten habe ich einige Gute Perspektiven fotografieren können. Auch für die Blaue Stunde sind ein paar tolle Sachen entstanden. Zum Thema Milchstraße sei noch was gesagt: Das Zentrum ist von diesem Punkt aus nicht wirklich zu sehen. Nur der mittlere Teil des Milchstrassenbogens. Die Fotos hier sind also nicht real wie vor Ort aber dafür habe ich meine eigene Interpretation der Gefühle vor Ort reingesteckt. 

Die Nacht brach dann auch irgendwann herein und wir kuschelten uns in unsere Schlafsäcke rein und schliefen friedlich ein.

Am nächsten morgen früh fotografierten wir noch den Sonnenaufgang und Eli stand natürlich auch wieder bereit mit Ihren Outfit (s), bevor dann Francesco mit dem Boot wieder angetuckert kam um uns abzuholen und wieder zurück zum Hafen von Numana zu bringen. Der Preis liegt bei 70 Euro pro Person und für den ganzen Service lohnt es sich extrem. Das kleine Paradies sollte unbedingt mal besucht und danach auch so verlasen werden wie man es vorgefunden hat.

Love & Peace 

Fabio